Energieheilung

Karin Brandt – Psychotherapeutin (HPG), Lehrerin für Energiearbeit und Meditation



Kontemplation

Contemplari (lat.) schauen ( Gott schauen) Sich versenken in Gott, verweilen vor Gott.

Alle Religionen zeigen Wege auf , um sich mit Gott zu vereinen. Jede religiöse Tradition hat einen Namen für diese unsichtbare Wirklichkeit, das Geheimnis hinter den Dingen.

Die Inder/Hindu nennen sie Brahman, Buddha nennt es Nirwana, in China wird es Tao genannt, im Judentum Ain Soph, das Unbegrenzte. Im Christentum wird dieses heilige Mysterium Gott genannt. In der katholischen Tradition gibt es viele Heilige, die ihr Gebet kontemplativ ausübten. Hier zu nennen sind Teresa von Avila, Hildegard von Bingen, Meister Eckhardt, Johannes vom Kreuz. In der evangelischen Kirche sind hier Jakob Böhme, Gerhard Tersteegen , George Fox hervorzuheben.

Das Ziel der Kontemplation ist, sich für den Geist Gottes zu öffnen.

Dies kann in 3 Schritten erfolgen:

1. Reinigung,

2. Erleuchtung ( mystische Erfahrung)

3. Vereinigungsweg, das bedeutet sich zu öffnen für die „Unendlichkeit des Seins“, in uns und um uns herum.

Wahrnehmung und Achtsamkeit sind die Grundlagen für eine kontemplative Lebenshaltung.


 

Franz Jalics SJ schreibt in seinem Buch: „Der kontemplative Weg“ folgendes:

S. 52: Eine andere Wirkung des kontemplativen Gebetes ist, dass der Mensch in eine viel tiefere Beziehung zu sich selbst kommt. Er kann viel mehr bei sich verweilen. Wenn er versucht, nicht bei seinen Gedanken, sondern ganz bei sich zu verweilen, kommen seine Einsichten nicht mehr von einer rationalen oder psychischen Ebene, sondern aus der Tiefe seines Seins, das der innewohnende Gott ist. Das erfährt man sehr schnell beim kontemplativen Gebet. Gute Ideen kommen von tieferen Schichten, und die Gedanken sind klarer. Sie treffen mehr und einfacher das

Wesentliche Franz Jalics SJ schreibt in seinem Buch: „Kontemplative Exerzitien. Eine Einführung in die kontemplative Lebenshaltung und in das Jesusgebet“ folgendes: S.33: Man muss kein großer geistlicher Meister sein, um zu wissen, dass der Weg zu Gott sich durch die Wahrnehmung öffnet und nicht durch das diskursive Denken.

Gott ist da, wir nehmen ihn nicht wahr….

S. 37: In der Wahrnehmung bleiben, heißt auch in der Gegenwart bleiben. In der Vergangenheit und in die Zukunft versetzen wir uns durch Gedanken und Wünsche. Was im Augenblick da ist, ist die Gegenwart. Realitätsbezogen sein heißt in der Gegenwart bleiben. Gott ist durch die Gegenwart zugänglich. Deswegen beschreibt man das Ziel des geistlichen Weges in der benediktinischen Spiritualität als „ in der Gegenwart Gottes wandeln“. Da wir aber sehr in der Vergangenheit und in der Zukunft leben, müssen wir lernen, in der Gegenwart zu bleiben. Die ständige Aufmerksamkeit auf die Gegenwart wird uns in die Gegenwart Gottes führen.
S.168: Das Reich Gottes ist in uns. Er spricht nicht nur mit menschlichen Worten, er spricht durch die Stille, durch das Sein, das nicht in Worte gefasst werden kann. Sein lebendiges Wort ist die Realität selbst. Seine Sprache ist das Dasein, bist du selbst. Wir müssen leer werden und die religiösen Gefühle loslassen. Sie sind nicht Gott. Um zu Gott zu kommen, gehen wir den Weg in die Tiefe.
S. 239: Der Weg der Kontemplation ist ein besonderer Weg. Er ist ein innerer und sanfter Weg. Er ist wie das Lauschen auf den Gesang der Vögel. Er ist so sanft, wie man mit einer Blume umgeht, die sich öffnet. Versucht man, sie gewaltsam und mit Härte zu öffnen, zerstört man sie. Sie braucht eine zarte Offenheit. So ist es mit diesem Weg. Es bedarf der Stärke des Menschen, der sich in feindlicher Umgebung nicht verschließt, weil er an die Liebe glaubt und vor notwendigen Schmerzen keine Angst hat.


 

Bede Griffiths OSB schreibt in seinem Buch „Wege zum Christusbewußtsein“ folgendes:

S. 70 u. 71: Im Mittelalter gab es vier Zustände, die ihren Ausdruck im Gebet gefunden haben: Lectio, Meditatio, Oratio , Contemplatio…….. Contemplatio, der Besinnung auf das göttliche Mysterium mit dem Herzen, dem inneren Zustand unseres Seins, wodurch wir direkt in Kontakt mit der Kraft des Heiligen Geistes treten…….. Der Heilige Geist ist allumfassend, aber unser direkter Kontakt mit ihm geschieht im Herzen. Andernfalls wird der Heilige Geist durch die Menschen vermittelt, und die Erfahrung Gottes ist dann nicht unmittelbar. Die Kraft der Erlösung kann direkt am Ort der direkten Kommunion mit dem Heiligen Geist gefunden werden, und hier erfüllt er unser ganzes Wesen und verwandelt uns.

S. 76: Der rationale Verstand fordert, dass alle Dinge eins oder zwei sind, wogegen die Nicht -Dualität, die über das Rationale hinausgeht, eine Beziehung betont, die nicht eins und nicht zwei ist. Wir können nur über die Meditation über diese Dualität hinausgelangen. Es ist unsere Aufgabe, die Einheit hinter der Dualität wiederzufinden, und dies allein kann heute die tiefsten Bedürfnisse der Menschheit beantworten. S. 101: Da es die Meditation als Methode in allen Religionen gibt, sollte das kontemplative Leben als Aufruf an die ganze Menschheit verstanden werden.


 

David Steindl-Rast OSB schreibt in seinem Buch: „Fülle und Nichts“ folgendes:

Aus Kapitel: Kontemplation und Muße S. 71: Staunen bedeutet mit den Augen des Herzens zu sehen. Und durch Konzentration im Gebet sammeln wir uns in jener Herzensmitte, aus der jede echte Antwort entspringt. Das Herz ist hier wieder von zentraler Bedeutung. Aus unserer Sicht verbindet das Herz Gebet und Dankbarkeit. Das Herz sieht voller Staunen, dass diese gegebene Welt und alles, was wir in ihr finden, letztlich Geschenk ist. S. 75: Dankbarkeit sagt alles. Und Dankbarkeit ist etwas, dass wir alle aus Erfahrung kennen. Kann spirituelles Leben wirklich so einfach sein? Ja, was wir insgeheim erhofften, stellt sich als wahr heraus: es ist alles ganz einfach. Es ist eigentlich gerade diese Einfachheit, die uns so schwierig erscheint. Aber warum vergessen wir nicht all die Komplikationen, die wir selbst auf unserem Weg auftürmen? Was Erfüllung bringt, ist Dankbarkeit, die einfache Antwort des Herzens auf dieses uns gegebene Leben in all seiner Fülle.

Dietrich Bonhoeffer drückt es so aus: Es liegt im Stillesein eine wunderbare Macht der Klärung, der Reinigung, der Sammlung auf das Wesentliche


Meditation

Meditation (lat.)  nachsinnen. Ursprünglich religiöse Versenkungsübung. Durch körperliche Entspannung, Konzentration auf den Atem, Schweigen u.a. zu innerer ruhe und Gelassenheit kommen. Durch Achtsamkeit den Augenblick zu erleben wie er ist.
Aus: Marie Mannschatz: „Meditation. Mehr Klarheit und innere Ruhe“ . S. 14: Mit Achtsamkeit das Leben bereichern. Bei der Achtsamkeitsmeditation gibt es vier Übungsbereiche: Körper, Gefühle, Gedanken und Konzepte. Wenn Sie Ihre Wahrnehmung auf diese zentralen Bereiche, die unser ganzes Sein umfassen, ausrichten, trainieren Sie Ihre Achtsamkeit. Das Erforschen der Wahrnehmungsprozesse im stillen Sitzen ermöglicht es, auf Ebenen des Bewusstseins vorzudringen, die im Alltag normalerweise nicht zur Verfügung stehen. Sie werden Zusammenhänge erkennen und Aha-Erlebnisse haben, die in der Meditationssprache „Einsichten“ heißen. Plötzlich wissen Sie ganz genau, was richtig, was wahr ist. Wahrheit dieser Art kann Ihnen niemand streitig machen, denn Sie haben sie selbst erlebt. Auf diese Weise  stellt Achtsamkeit eine Beziehung zwischen Ihnen und der Welt her und sorgt dafür, dass Sie in sich ganz und gar zu Hause sind.
Aus: Joseph Goldstein, Jack Kornfeld: “ Einsicht durch Meditation“ S. 33: Warum meditieren? Meditation zielt darauf zu öffnen, was in uns verschlossen ist, auszugleichen, was reaktiv ist, und zu erforschen, was verborgen ist. Dies ist die Antwort auf die Frage, warum wir üben. Wir üben, um uns zu öffnen, um einen Gleichgewichtszustand in uns zu schaffen und um uns zu erforschen.
Aus: Thich Nhat Hanh: „Das Glück, einen Baum zu umarmen“ S. 7: Unsere wahre Heimat ist der gegenwärtige Augenblick. Im gegenwärtigen Augenblick zu leben ist ein Wunder. Auf dem Wasser zu schreiten ist es nicht.
Das Wunder besteht vielmehr darin, im gegenwärtigen Augenblick über die grüne Erde zu gehen, den Frieden und die Schönheit zu kosten, die genau jetzt zur Verfügung stehen. Frieden ist überall um uns herum – in der Welt und in der Natur, auch in uns selbst – im Körper und Geist. Haben wir erst einmal gelernt, mit diesem Frieden in Berührung zu kommen, werden wir geheilt und gewandelt. Es ist keine Sache des Glaubens, es ist eine Sache der Übung. Wir müssen nur Mittel und Wege finden, unseren Körper und Geist zurück in den gegenwärtigen Augenblick zu bringen, damit wir das berühren können, was uns erfrischt und heilt und wunderbar ist.
Teresa von Avila: Laß dich durch Nichts von deinem Weg abhalten, sondern sei wach für die leise Stimme in dir.